
Kronen Zeitung
ES DROHTE DER ABBRUCH
Senegal gewinnt Skandal-Finale nach Elfer-Drama
Senegal hat sich mit einem 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen Gastgeber Marokko Sonntagabend zum Afrikameister gekürt! Geprägt war das Skandal-Finale von Rabat allerdings von umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen, minutenlangen Protesten, wilden Tumulten und einem Elfmeter-Irrsinn. Ja, sogar der Spiel-Abbruch drohte ...
Senegals Nationalteam hat zum zweiten Mal den Afrika-Cup gewonnen. In einem verrückten Finale in Rabat setzten sich die „Löwen der Teranga“ gegen Gastgeber Marokko nach Verlängerung mit 1:0 durch. Der erste Triumph in dem Kontinentalwettbewerb war dem Team um den Ex-Salzburger Sadio Mané 2022 gelungen. Der Entscheidung durch Pape Gueye ging aber ein Eklat voraus, denn während der Nachspielzeit hatte das senegalesische Team schon das Spielfeld verlassen.
Chaotische Nachspielzeit
Die Schlussphase des Finales vor fast 70.000 Menschen im Stadion hatte es wahrlich in sich. In der sechsten Minute der Nachspielzeit ging Real-Madrid-Akteur Brahim Diaz nach einem regelwidrigen Körpereinsatz von Senegals El Hadji Malick Diouf bei einem Eckball-Gerangel am Fünfer zu Boden. Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala sah die Szene nach VAR-Intervention am Bildschirm noch einmal und gab daraufhin Elfmeter. Dann nahm ein fast beispielloses Chaos seinen Lauf: Die sich ungerecht behandelt fühlenden Senegalesen verließen den Rasen und wollten anscheinend einen Abbruch erzwingen.
Chaotische Szenen in der Nachspielzeit:
Glückliches Ende dank Gueye-Gewaltschuss
Wilde Diskussionen der beiden Trainer mit den Offiziellen folgten, auch Auseinandersetzungen zwischen wütenden Fans und Sicherheitskräften gab es. Und nicht zuletzt Mané wirkte auf seine Kollegen ein – für eine Fortsetzung der Partie. Die kam nach knapp zehn Minuten Unterbrechung und einer Orgie von Gelben Karten tatsächlich – mit der nächsten Pointe: Diaz schupfte den Elfmeter in Panenka-Manier direkt in die Arme von Senegal-Schlussmann Édouard Mendy. In der 94. Minute besorgte Villarreal-Profi Gueye mittels Gewaltschuss von der Strafraumgrenze die 1:0-Führung, die bis zum Ende der Verlängerung halten sollte, obwohl Marokko noch alles versuchte. Ein Nachspiel nach diesem turbulenten Finale scheint jedoch programmiert.
Hier die Elfer-Szene des Spiel:
Die Senegalesen hatten nach fünf Minuten die erste Chance in dem weitgehend ausgeglichenen Spiel gehabt. Marokkos Torhüter Bono parierte einen Kopfball von Gueye am kurzen Eck. In der 38. Minute war Bono erneut zur Stelle und verhinderte mit einer Fußabwehr ein Tor von Iliman Ndiaye. Ayoub El Kaabi vergab in der 58. Minute die bis dahin beste Chance der marokkanischen Elf, als er den Ball per Direktabnahme neben das Tor setzte. Das Spiel wurde nun unruhiger und hitziger. Neil El Aynaoui erlitt eine Kopfverletzung, spielte aber mit dickem Verband weiter. Zu Beginn der Nachspielzeit war Bono zwar erstmals geschlagen, der Treffer des Senegal zählte jedoch wegen Stürmerfouls nicht.
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